Let´s talk about the body

Vielleicht hast du schon davon gehört: In einigen Städten gibt es mittlerweile die Original unverpackt-Läden und auch die sogenannte Zero Waste-Bewegung entlastet unsere Erde. Es geht darum, den Plastik- bzw. Verpackungswahn drastisch zu reduzieren, um unseren Lebensraum vor weiterem Elend und Leid zu schützen. Auch die aktuelle Meldung über den Plastikmüll-Exportstopp nach China hast Du eventuell mitbekommen…

Wenn wir in einem stinknormalen Supermarkt einkaufen gehen, scheint es nahezu unmöglich, Ware ohne Verpackung zu bekommen. Jedes Teil ist irgendwie in Plastik verpackt. Sogar Gemüse und Obst. Hier können wir ausweichen auf den Wochenmarkt. Aber was ist mit den unzähligen Kosmetikprodukten, die ebenfalls allesamt in den wildesten Tuben und Tiegeln verpackt sind?

Die Lösung ist ganz einfach: Lasst den Kram einfach im Regal stehen. Spart Euch das Geld und lest erst mal weiter…

Es gibt ja diesen Spruch „Wahre Schönheit kommt von Innen“ – und was machen vor allem wir Frauen gern? Unser Außen mit allen möglichen Cremes, Pasten und Wässerchen bekleistern weil wir glauben, dass das irgendetwas mit uns machen würde. Ja, es macht auch was mit uns – wir können uns dahinter verstecken. Wenn wir uns im Innen schon nicht schön fühlen, soll unsere Hülle wenigstens so aussehen… Außerdem glauben wir, dass unsere Haut diese und jene Creme benötigen würde.

Als ich immer mehr zu meiner Natur zurückgefunden hatte, begann ich meine Kosmetikkultur einmal komplett auf links zu ziehen. Ich konnte den ganzen Kram in meinem Badezimmer nicht mehr sehen weil mir bewusst wurde, dass jede einzelne Verpackung, die ich dort stehen hatte einen Beitrag zu den Unmengen an Müll leistet.

Zuerst ließ ich die ganze Schminke/MakeUp etc. weg. Nein, auch keine Wimperntusche mehr, liebe Frauen 😉 Natürlich kann das erst mal eine große Umstellung sein, wenn Frau eine gewisse Routine im Bad hat- aber auf der anderen Seite ist es doch einfach toll zu spüren, dass wir uns auch so zeigen können, wie wir sind, ohne Mogelpackung im Gesicht. Das gibt dem Selbstvertrauen einen enormen Schub.

Ich fing an immer weiter zu reduzieren: Duschgels und Shampoos wurden radikal aus meinem Bad verbannt. Ich benutze seitdem Bio-Seife aus der bayerischen Manufaktur Savion. Da kaufe ich einmal im Jahr zwei Körper- und zwei Haarseifen. Die Seifen halten sehr lange und der kleine Familienbetrieb nutzt eine Verpackung aus umweltfreundlichen Rohstoffen. Damit konnte ich meine eigene Müllproduktion schon mal sehr stark zurückfahren.

Nicht nur die Produkte lassen sich reduzieren, der Wasserverbrauch gleich mit. Ich habe mir früher fast täglich die Haare gewaschen. Dazu habe ich sie alle paar Monate getönt. Eine Tortur für Kopfhaut und Haar. Mittlerweile heißt meine Zauberformel: Naturhaarfarbe, einmal in der Woche mit der Haarseife waschen und viel bürsten (Wildschweinborsten). Es gibt viele Menschen, die ihr Haar auch nur noch mit Wasser und etwas Zitronensaft waschen. Da musst Du deine eigene Schmerzgrenze herausfinden.

Ein Tipp bei fettendem Haar: Etwas Speisestärke (bei blondem bzw. hellem Haar) mit den Fingern einkneten und gegebenenfalls leicht ausbürsten. Bei dunklem Haar kannst Du etwas Kakaopulver (Bio/stark entölt) dazu mischen. Ich gebe für den Duft noch etwas Zimtpulver mit rein. So kannst du die Waschhäufigkeit herauszögern – deine Kopfhaut dankt es Dir!

The same procedure beim Duschen: Es muss nicht immer die halbe Stunde Heißdusche sein. Manchmal reicht auch der gute alte Waschlappen bzw. ein fixes Intermezzo mit Seife an den „wichtigen“ Stellen… Apropos Seife: Auch beim Händewaschen hat sich das gute Stück Seife ohne Verpackung bestens bewährt.

Übrigens: Wer sich nicht mehr mit allerlei chemischen Substanzen einnebelt, lässt seinen natürlichen Körperduft entfalten, der wiederum mit den Menschen im Einklang steht, die zu dir gehören.

Und wie ist das mit Deo? Dafür nimmst Du ein geeignetes Gefäß, alter Deoroller/-sprüher oder dergleichen und füllst diesen mit in Wasser aufgelöstes Natron. Ein paar Tropfen Teebaumöl (Geruchskiller) und ein anderes ätherisches Öl (für den Duft) deiner Wahl hinein und fertig ist das Selfmade-Deo. Das Problem sind übrigens auch nicht deine Achseln, sondern die Bekleidungsstoffe, die den Schweiß aufsaugen. Es hilft also, deine Kleidung ebenfalls mit dem Deo zu bearbeiten. Ein wichtiger Faktor ist hier wieder Deine Ernährung. Möglichst frische Lebensmittel sorgen dafür, dass Du nicht muffst wie eine Frikandel.

Glanz und Glamour für die Lippen? Eine Fingerspitze Honig – aber nicht alles sofort wieder ablecken… Hilft auch bestens bei trockenen Stellen auf der Haut.

Ein echtes Allroundtalent in Sachen Sonnenschutz ist Kokosöl. Eine regionale Alternative wäre Schweineschmalz – aber wer schnuppert schon gern an einer Schwarte. Es gibt verschiedene Kokosöl-Bioanbieter und so ein Glas hält einfach ewig. Der beste Sonnenschutz ist allerdings eine gewisse Grundbräune und ganz simpel: Schatten! Unsere Konsumgesellschaft, Halbgötter in weiß und Co. machen uns in Sachen „böse, böse Sonne“ gern Angst, um die Wirtschaft anzukurbeln. Vertrau lieber Deinen Instinkten.

Was macht es sonst noch? Neben dem guten Gefühl, weniger Müll zu produzieren bemerkte ich schnell, wie diese neue Routine meiner Haut gut tut. Gerade im Winter ist sie nicht mehr trocken. Sie hat sich regeneriert. Meine Kopfhaut ist entspannt und meine Haare haben mehr Volumen, weil ich sie nicht ständig mit Shampoo malträtiere. Ich muss noch etwas Geduld haben, bis die ehemals strapazierten langen Enden nach und nach der Schere zum Opfer fallen. Was sich oben rum als Naturhaarfarbe zeigt, macht mir allerdings schon Freude ☺

Viele von uns glauben fest daran, dass Kosmetikprodukte unserem Körper, unserer Haut etwas Gutes tun. Doch ich frage Dich, wie kann etwas Chemisches bzw. Starkverarbeitetes unserer Haut, die zu 100 Prozent ein natürliches „Produkt“ ist, wirklich gut tun? Wir werden von Kindesbeinen an tagtäglich mit Werbung zugeballert. Wir verlieren dabei völlig den Kontakt zu unserem Lebensraum, zur Natur. Deshalb glauben wir das.

Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Unsere Haut wird immer kränker (fettiger, fahler, trockener), weil wir sie mit chemischen Substanzen nahezu steril schrubben. Wir zerstören die natürliche Hautflora, die kleinen winzigen Helfer, die uns besiedeln. Die Schönheitskiller heißen schließlich nicht Wasser und Seife, sondern schlechte Ernährung/stark verarbeitete Nahrungsmittel, zu wenig Frischluft aus dem Wald usw. Wie war das nochmal? Schönheit kommt von Innen. Wasser trinken – am besten aus der Leitung – nicht vergessen.

Ein Frauenthema ist zudem die – was für ein tolles Wort – Monatshygiene. Tampons und Binden produzieren wahnsinnig viel Müll. Eine Alternative sind die waschbaren Binden beispielsweise von Imse Vimse. Von diesen Monatstassen halte ich persönlich nichts. Plastik im Körper muss ja nun auch nicht sein…

Wie Du siehst ist es eigentlich ganz einfach, weniger Plastikmüll zu produzieren und gleichzeitig zu seiner eigenen Natur zurückzukehren. Es macht Spaß, sich wieder dem Leben und der Natur anzuvertrauen und dem Wirtschaftssystem den Rücken zu kehren – probiert es mal aus! ☺ Ihr werdet die Umstellung ganz bestimmt auch im Portmonee bemerken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.