Jemand n´ Keks

Jemand n´ Keks?

Wenn ich für meinen Job unterwegs bin, lerne ich viele unterschiedliche Menschen und Sichtweisen kennen. Aus der sogenannten Wirtschaft und Politik. Seit Jahren geht es dabei immer und immer wieder um angeblichen „Fachkräftemangel“, Arbeitslosigkeit, viele Bewerber – aber die falschen.

Es fühlt sich immer so an, als ob es einerseits um Rechtfertigung geht und andererseits darum, junge Menschen als unfähig für das (Arbeits-) Leben darzustellen.

Da ist eine Generation, die krampfhaft an alten Zöpfen festhält und belehren will und eine Jugend, die längst spürt, dass es zwar so nicht weitergeht, die sich aber irgendwie doch mitreißen lässt – abwärts in den verlockenden Strudel aus Anerkennung, Macht und Geld.

Und es gibt die, die diese Illusion erkennen. Oft resignieren sie – und werden als „Versager“ in der Gesellschaft dargestellt.

Ist es nicht so, dass die Art und Weise wie wir heute leben immer noch eine ziemlich starke Wehe der Nachkriegszeit beziehungsweise des „Wirtschaftswunders“ ist (natürlich können wir hier noch viel, viel tiefer graben)…

Das Leben ist mittlerweile zugebaut mit meterdickem Beton, zugeparkt mit den größten Autos, liegt verschüttet unter all dem Geld, ist vernebelt von der Gier nach Mehr.

Schaffe, schaffe Häusle baue…? Nein. Diese Zeiten sind vorbei.

Sehr viele Menschen ahnen oder wissen das schon längst. Doch im Hinterkopf ist da etwas ganz Großes:

Angst.

Einerseits ein liebgewonnener Freund, andererseits ein Etwas, das uns vom Leben abhält. Am tragischsten ist die Existenzangst. Was ist, wenn, dann… also halten wir uns krampfhaft an all den Dingen fest, die uns im tiefsten Kern unzufrieden machen.

Warum tun wir das?

Mit dem Tag, an dem wir eine Schule betreten, geben wir ganz unbemerkt unsere Eigenverantwortung ab.

„So, nun macht leistungsorientierte, zielstrebige, wirtschaftlich denkende Menschen aus ihnen. So wird das Spiritual Dark Age aufrechterhalten. So werden sie aufhören, lebenslustig und kreativ zu sein. Macht ihnen ruhig ein bisschen Angst. Sagt ihnen, dass sie immer die Kontrolle behalten müssen. Fördert Wettbewerb und Konkurrenzdenken. Lasst sie Neid und Gier etablieren. …“ – Steht ganz schweigsam im Kleingedruckten.

Es folgt die Ausbildung, das Studium, die Arbeit. Wir lernen viel. Aber nicht das Leben.

Immer mehr Menschen spüren, dass sie ihre wirklich essenziellen Bedürfnisse so nicht mehr stillen können.

Ein freies Herz. Eine freie Seele. Liebe geben. Liebe empfangen. Liebe sein.

Was können wir also tun?

Wir können unsere Eigenverantwortung zu uns zurückholen – sie ist immer und überall bei uns. Sie schlummert. Wird aber sofort wach, wenn wir nach ihr rufen! Sie freut sich sogar!

Wir können es in unserem Herzen zu lassen, es uns eingestehen, dass das Leben wie es uns im Außen präsentiert wird, eine Sackgasse ist.

So viele Menschen halten etwas am Laufen, was ihnen zwar Sicherheit gibt, aber ihr Lebensglück einsperrt und sie unzufrieden macht.

Ein Roboter mag so funktionieren, weil er nur seine Technik (Verstand) besitzt.

Für einen fühlenden Menschen ist das unmöglich – es sei denn, er unterdrückt seinen Lebenssinn. Seine Lebenslust. Seine Kreativität.

Wie wäre es zum Beispiel, eine Arbeitsstelle durch zwei zu teilen? Weniger Arbeit für einen Menschen, dafür mehr Lebenslust für zwei Menschen. …die ersten Aufschreie in der Menge – das Geld, das liebe Geld. Ja, das wird dann auch zweigeteilt.

Können wir das?

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